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28. Freiheit und Grenzen

Ravel und Melina erdenken sich eigentlich „nur“ eine Geschichte von der Lichtwelt LUMINARIEN. Doch die Liebe, die sie dort erleben, hilft ihnen, auch ihre irdische Wirklichkeit neu zu sehen und mit noch tieferer Liebe zu gestalten.

28. Freiheit und Grenzen

Beitragvon Marina » 17. Aug 2011, 18:12

Sonntag Morgen: Melina erwachte mit einem etwas diffusen Gefühl von Leere und Überforderung. Nanu - dachte sie - ich habe heute nichts zu tun und fühle mich dennoch überfordert... hm...

Kurz darauf erkannte sie: Gerade weil der ganze Tag so leer ist, fühle ich mich so! Es ist wie so oft: Ich fühle mich damit überfordert, den Tag zu füllen... Nicht irgendwie zu füllen, sondern auf eine Weise, die mir gut tut.

Etwas lustlos frühstückte sie. Während sie gedankenverloren durch ihr liebevoll eingerichtetes Zimmer schaute, fiel ihr Blick auf ein Buch, das sie sich vor kurzem besorgt hatte.

Es war ein schön illustriertes Märchen mit dem Titel: "Die heilende Macht des Sultans". Ja, sie würde es sich zunächst mit dem Buch gemütlich machen.

Gedacht, getan... sie setzte sich auf ihren kleinen Balkon, legte die Beine hoch und tauchte ein in die Märchenhandlung: Ein Sultan hatte eine neue Haremsfrau gekauft, die sich in seinem Palast zunächst gar nicht wohl fühlte. Durch Demütigungen und Verletzungen, die sie zuvor bei einem anderen Herrscher erlitten hatte, war sie voller Panik und angstvoller Zurückhaltung. Mit der Rolle als Haremsfrau konnte sie sich nicht abfinden.

Melina verstand sie sehr gut, sie würde sich gegen ein solches Schicksal auch auflehnen. Allerdings schien der Sultan ein recht verständnisvoller, mitfühlender, ja nahezu gütiger Gebieter zu sein. Einige Worte des Sultans berührten sie besonders:

"...es gibt bei mir weder Strafe noch Gewalt... Du bist zwar in meinem Harem, aber ich werde von dir nichts verlangen, was deinen Gefühlen entgegen steht.“

Nachdenklich ließ sie das Buch sinken... Hmm, schon der Name dieser Frau "Selina" - interessant, diese Ähnlichkeit mit meinem Namen... Er unterscheidet sich nur durch den Anfangsbuchstaben... Selina erfährt ja vom Sultan eine gewisse Freiheit und Bedingungslosigkeit, sie braucht nichts zu tun, was ihren Gefühlen entgegen steht – dennoch existiert diese Freiheitserfahrung paradoxerweise innerhalb einer Begrenzung, ja nahezu Gefangenschaft, denn sie darf ja als Haremsfrau das Palastgelände nicht verlassen, während sie sich darinnen relativ frei bewegen darf.

Melina überlegte:
Eigentlich sind wir Menschen immer nur INNERHALB gewisser Grenzen frei. Diese Grenzen können emotionale, örtliche, körperliche, finanzielle, kulturelle Grenzen sein... völlig unbegrenzt sind wir als Mensch schon durch unseren Körper und unsere Prägungen nie. Es ist wohl nur die Frage, innerhalb welcher Grenzen wir uns bewegen...

Anscheinend ist Freiheit generell nur innerhalb von Grenzen erlebbar, denn gäbe es keine Grenzen, wäre auch das Gegenteil – also Freiheit – nicht erfahrbar. Vielleicht brauchen wir ja die Grenzen sogar, um uns in gewisser Weise aufgehoben und sicher zu fühlen, um uns überhaupt spüren zu können...
Vielleich geht es ja sogar darum, die momentanen Begrenzungen zu akzeptieren, sie anzunehmen und zu schauen, wie ich am besten damit umgehen kann, wie ich den freien Raum innerhalb der Bergrenzungen am lohnenswerten füllen kann, ohne die Grenzen abzulehnen, die gerade da sind. Vielleicht verändern sich sogar die Grenzen durch die Art und Weise, wie ich den freien Raum, den sie umgeben, fülle...

Heute zum Beispiel habe ich einen "freien" Sonntag - und diese Freiheit eines Tages, an dem nichts von mir verlangt wird, an dem keine Pflicht mich ruft, hat mir zunächst sogar ein kleines Unbehagen verursacht. Es geht also gar nicht darum, absolut frei zu sein, um sich wohl fühlen zu können. Grenzen sind sogar wichtig und notwendig...
Bisher habe ich Einschränkungen meiner Freiheit immer grundsätzlich abgelehnt -vielleicht sollte ich mir in den nächsten Tagen ganz bewusst anzuschauen, welche Freiheiten ich innerhalb meiner Grenzen habe – und sie so wohltuend wie möglich für mich nutzen. Und ich will schauen, welche Grenzen es sind, in welcher Weise sie vielleicht sogar wichtig sind für mich...

Heute an diesem Sonntag bin ich frei, etliches zu tun, was ich schon immer tun wollte. Dennoch war da heute morgen dieses Überfordrungsgefühl, den ganzen leeren Tag nur mit mir selbst zu füllen... Ich glaube, ich sehne mich auch nach Führung, nach einer liebevollen Führung, die ja letztendlich auch eine gewisse Art von Begrenzung dar stellt. So etwas wie eine Hand, die mich führt und eine Stimme, die spricht: "Schau, meine Liebe, dort geht´s jetzt lang. Das tut dir jetzt gut..."

Gleichzeitig will ich frei sein und von niemandem gesagt bekommen, was ich zu tun und zu lassen habe....

Ja, das sind zwei Teile von dir, zwei ungterschiedliche Bedürfnisse, die sich sogar zu widersprechen scheinen, dennoch sind sie beide da... - hört Melina die ihr schon so vertraute liebevolle Stimme in ihrem Inneren. Ist das nicht SemSobra oder ist es Cincera... Ist das nicht die Stimme, mit der GOTT gestern gesprochen hatte?

WIR sind doch alle eins, antwortet es in ihre Gedanken hinein - Cincera, SemSobra, dein Herz... alles Facetten Gottes, alles Erscheinungsformen von MIR, den du Gott nennst. In jedem Moment erfährst du MICH in der Weise, die für dich in diesem Augenblick gerade stimmig und passend für deine jeweiligen Bedürfnisse ist.

Hach, da ist sie wieder, diese gütige Stimme, nachd er ich mich so gesehet habe, denkt Melina glücklich - und der letzte Rest ihres sonntäglichen Überforderungsgefühl verschwindet augenblicklich.

Ja, da BIN ICH - und ICH stimme dir zu, das Annehmen und genaue Anschauen deiner Grenzen wird dir viel geben. Du kennst es auch aus deiner Arbeit mit den Kindern. Kinder brauchen liebevolle Grenzen. Den Erwachsenen geht es nicht anders. Wie du soeben erkannt hast, brauchen sie Grenzen. Ein ihnen oft unbewußter Teil erschafft diese Grenzen, die sie dann auf anderer Ebene wieder ablehnen können. Das wird dann Spiel des Schicksals genannt.

Du hast immer die Wahl: Willst du diese dir unbewussten schicksalhaften Schöpfungen annehmen oder ablehnen? Das ist gleichbedeutend mit der Frage: Willst du Frieden oder Kampf?

Ich will Frieden. Bitte hilf mir dabei!
Ich möchte mich von DIR, Gott, an die Hand nehmen lassen.
Zeige mir den Weg und führe mich - heute und an jedem Tag!
Diese Bitte und das damit einhergehende Gefühl von Bereitschaft lässt Melina tief aufatmen und sie füg hinzu:
Und bitte lass mich deine Führung deutlich fühlen!

Lausche in dich hinein, dort findest du MICH immer!
Schaue auf das, was ICH dir mit der Hilfe von Freund Zufall zufallen lasse! Darin sind immer Weg weisende Informationen enthalten.
Und spüre, wohin es dich in deinem Herzen zieht.
So findest du immer meine Hand, die dich liebevoll führt!
Dass du dich im großen Weltenherz des Liebhabers allen Lebens geborgen und behütet fühlst, wünscht dir MARINA
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